Aktuelle Studie von Bain & Company zeigt: weniger Komplexität senkt Kosten nachhaltig

Weniger Komplexität bedeutet einen Wettbewerbsvorsprung

Der Fokus im IKL-Blog liegt auf der Arbeitswelt der Zukunft. Heute möchten wir einmal über den Tellerrand blicken und ein Thema diskutieren, das gerade Unternehmen in der Wachstumsphase besonders interessieren dürfte: Der Abbau von teurer und nervenaufreibender Komplexität bei Abläufen und Strukturen, Prozessen und Anforderungen. (Bild: Bain & Company, www.bain.de)

Die Organisationsexperten der Unternehmensberatung Bain & Company haben sich mit diesem Phänomen beschäftigt und festgestellt: Es kommt gerade bei dynamischen Unternehmen zum schleichenden Aufbau überflüssiger Managementebenen, unklaren Verantwortlichkeiten und ineffizienten Prozessen.

 

Weniger Komplexität spart über 20 % der Kosten – nachhaltig

Dabei steckt nach Einschätzung der Autoren in der Vereinfachung von Strukturen und Prozessen ein attraktives Kostensenkungspotenzial von nachhaltig über 20 %. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema lohnt sich also.

 

Komplexität zu reduzieren und Vereinfachung zu fördern gelingt aber nur, wenn nicht die Symptome, sondern die Ursachen bekämpft werden. Denn die Auswirkungen sind in jedem Unternehmen anders, die Ursachen oft gleich. So verschwimmt zum Beispiel gerade an den Schnittstellen zwischen einzelnen Geschäftsbereichen die Verantwortlichkeit für Entscheidungen – und dem organisatorischen Wildwuchs sind Tür und Tor geöffnet.

 

Es gehe vor allem darum, unnötigen Aufwand zu verringern: „Das Ziel: Weniger tun, es besser tun, es nur einmal tun und es an der richtigen Stelle tun“, so lautet die kurzgefasste Anleitung der Spezialisten. Ganz konkret empfehlen sie sechs praktische Maßnahmen im Kampf gegen Komplexität und schleichende Kostensteigerung:

1. Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen

2. Auf Ineffizienzen an den Schnittstellen fokussieren

3. Was zählt, ist, was getan wird

4. Der Prozess muss an der Spitze beginnen

5. Umsetzung nicht dem Zufall überlassen

6. Verhaltens- und Denkweisen ändern

 

Der Aufwand lohnt sich nicht nur wegen des deutlichen Kostensenkungspotenzials. Die Beherrschung der Komplexität stellt auch einen starken Wettbewerbsvorteil dar. Dabei ist es aber mit einem punktuellen Projekt „Vereinfachung“ nicht getan, kontinuierliche Aufmerksamkeit ist gefordert. Zum Beispiel, wenn die Kosten trotz intensiver Bemühungen weiter steigen, Zuständigkeitsfragen auftauchen oder Entscheidungen zu lange dauern. Denn das sind Hinweise darauf, dass sich die Komplexi-ätt durch die Hintertür wieder einschleichen möchte.

 

Die vollständige Studie kann bei Bain & Company kostenlos heruntergeladen werden (in englischer Sprache).